Slacklining meets High Diving, Ponte Brolla, CH 23.-26.07.09Glasklares Wasser, furchtlose Klippenspringer in atemberaubender Kulisse und der Deutsche Slackline Verein e.V. mitten drin. Vom 23.-26.Juli 2009 folgten 6 Slackliner dem Ruf in die italienische Schweiz zu den Europäischen Meisterschaften im Klippenspringen.
Die Präsidentin der World High Diving Federation Silvia Weill lud uns ein, als Gäste der Klippenspringer und zentraler Programmpunkt der Europameisterschaft an diesem hochkarätigen Event teilzunehmen.
Nach etwa 5 ½ Stunden Autofahrt und einem Zwischenstopp in Wangen i.A. erreichten wir gegen 22:00 Uhr Ponte Brolla und das Valle Maggia unweit des Lago Maggiore. Die drei Mitfahrer, die während der Fahrt ihre Kräfte schonen konnten, machten sich nach der Ankunft auf den Weg zur talabwärts gelegenen Plattform, um in finsterer Nacht neue Bohrhaken von Hand in das harte Gestein zu treiben. Gegen 01:30 Uhr lagen wir dann endlich alle in unseren Schlafsäcken. Ein Teil im Auto und die Drei von der Nachtschicht am Strand unten in der Schlucht.
Tag 1 Gegen 06:00 am nächsten Morgen (mittlerweile Freitag der 24.Juli): Kurzes Frühstück, Material aufteilen und in 2 Teams zum Spot. Ohne Probleme wurden 2 weitere Haken eingebohrt und die Line bis 10:15 Uhr aufgebaut und anschließend begangen. Besonders gefreut haben wir uns, dass Patrick den weiten Weg aus Stuttgart alleine auf sich genommen hatte um dabei zu sein, obwohl er so viele andere wichtige Termine und Arbeit gehabt hätte. Danke dafür! Nachdem Freddy und Bernd die Line am ersten Tag begingen und Patrick wortwörtlich „kam, sah und siegte“, schaffte Chris seine ersten Schritte auf der Line und kämpfte sich ein großes Stück vorwärts. Das Kamerateam und die Klippenspringer fühlten sich nicht durch die Line behindert und so mussten wir die Line nicht wie befürchtet abbauen, sondern ließen sie Freitag bis Montag gerigged, was die Line von Tag zu Tag durch die nachlassende Spannung etwas schwieriger machte. Aber auch interessanter und wie sich zeigen sollte auch surfbarer. (Stimmt´s Freddy?) Abends machten dann vor Allem die mitgereisten Damen ordentliche Fortschritte auf der Waterline ein Stück flussaufwärts und die Jungs kühlten sich ausreichend mit Butt-Bounces und Salti ins frische Nass. Krönender Abschluss eines tollen Tages war ein perfekter Regenbogen über das gesamte Maggiatal in allen Farben, der uns mit Sicherheit lange in Erinnerung bleiben wird. Tag 2 Mit der gewohnten Gelassenheit starteten wir den Tag der Europameisterschaft im Klippenspringen beim Frühstück mit Baguette und Wassermelone. Gegen 11:30 Uhr hatten sich bereits viele Zuschauer und Fans am Ort des Geschehens eingefunden. Nachdem Freddy schon eine Begehung hatte überließ er Chris gerne den Vortritt. Wohl auch ob der 300 Augenpaare die auf die Line gerichtet waren. Nach dem dritten Mount machte Chris eine saubere Begehung und wurde mit entsprechendem Beifall von den Zuschauern belohnt. Mit ausgelassener Stimmung und sehr guten Gesprächen mit den Springern und Organisatoren ging der Tag weiter und gipfelte im ca. 2 Stunden dauernden Wettbewerb über 3 Runden. Der britische Olympiateilnehmer Blake Aldridge holte mit knappem Vorsprung den Sieg in der Gesamtwertung, nachdem er erst 2 Tage zuvor zum ersten Mal aus 20m in die Schlucht gesprungen war. Starke Leistung weißt jeder, der einmal auf der Plattform gestanden hat. In den Pausen zwischen den Runden zeigten Freddy und Chris was sich sie alles auf der Line so zutrauten und rundeten so das Programm passend ab. Voller Vorfreude auf die abendliche Party mit den Springern und Veranstaltern machten wir uns erneut auf den kurzen Hike zur Waterline um danach gegen 19:00 Uhr mit reichlich Slacklines unter den Armen bei der ausgemachten Grotte anzukommen. Gewinner Jimmy Andersen, DK 3/Blake Aldrigde, UK 1/Ilya Shchurov, RUS 2
Blake Aldridge, UK / Anna Bader, GER 1st (Elite Women) Schnell die Lines aufgebaut und erste Gehversuche unterstützt mündete der Abend in leckerer Polenta mit Fleisch, Salat, Wein, Käse, Brot und dem gegenseitigen Respekt der Slacker und Highdiver. Bis weit nach 01:00 Uhr in der Früh saß man zusammen und tauschte Geschichten und Kontakte aus um sich auf jeden Fall wiederzusehen. Durch eine Unachtsamkeit hat es unseren ersten Vorstand dann nochmal so richtig geschockt nachdem er beim Austreten, noch völlig nüchtern, im Dunkeln eine Böschung hinab stürzte und sich mittelschwere Schürfwunden zuziehen sollte. Poor Freddy! Der Schmerz wurde dann mit Rotwein behandelt und bis zum nächsten Morgen besiegt. Tag 3 Sonntag warfen sich unsere Damen dann doch noch auf die Highline und schaukelten und wippten was das Zeug hielt. Anna Bader und Blake ließen sich auch nicht lange bitten und versuchten beide auf der Line aufzustehen und stellten sich wie erwartet verdammt talentiert und mutig an. Ist eben relativ sicher im Vergleich zu ´nem High-Dive aus 20m mit 70Km/h ins Wasser. Patrick und Freddy machten sich nach der rituellen Waterline-Action am Ende das Tages auf den Weg nach Deutschland und der Rest blieb noch bis Montag Abend im wundervollen Maggiatal um bei Deepwater-Solo-Bouldern und Sonnenbaden die aufregenden Tage revue passieren zu lassen. Zum Abbau der Highline schaffte Chris dann doch noch seine Begehung auf den ersten Versuch und ist restlos infiziert!
Die Einladung zu den European High Dive Championships war ein Glück und eine Freude in jeder Hinsicht. Wir haben viele interessante und fruchtbare Gespräche mit Veranstalter und Springern aus der ganzen Welt führen können und zeitgleich neue Freunde gefunden. Slacklinen und Highdiven sind sich in vielen Punkten was die Attitude und die Anforderungen an die „Athleten“ angeht sehr ähnlich. Wir freuen uns schon sehr auf das kommende Jahr und die European High Dive Championships 2010. Mit dabei waren: Freddy, Bernd, Kathy, Romy, Patrick und Chris, der diesen Artikel verbrochen hat.
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